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Fortbildung
„Systemische Strukturaufstellungen – Systemaufstellungen - Systemberatung“
Der Grundkurs „Systemische Strukturaufstellungen – Systemaufstellungen - Systemberatung“ beginnt am 07. - 09. Oktober 2011 in Duisburg.
"Das Aufstellungsverfahren"
Beim Aufstellungsverfahren wird unterschieden zwischen Familienaufstellungen, Systemischen Strukturaufstellungen, Organisationsaufstellungen, Symbolaufstellungen und Krankheits- und Symptomaufstellungen. Das Aufstellungsverfahren gründet auf unterschiedlichen psychologischen und philosophischen Schulen (Systemtheorie, Konstruktivismus, Hypnotherapie, Familientherapie, Gestalttherapie, Psychodrama, NLP u.a.), wobei alle neueren Aufstellungsverfahren zurückzuführen sind auf "Ordnungen" i.S.v. Gesetzmäßigkeiten und "Dynamiken", die in Systemen wirken.
Aufstellen bedeutet, innere Bilder zu externalisieren bzw. mit Hilfe von Personen oder Symbolen diese inneren Bilder in den Raum zu stellen, ihnen also einen räumlichen Platz zuzuweisen, der dem inneren Platz entspricht. Der innere Platz ist immer ein systemischer Platz: die einzelnen Elemente eines inneren Bildes stehen in einem bestimmten (persönlichen) Bezug zueinander – auch wenn dieser Bezug rational nicht bewusst ist.
Systemische Strukturaufstellungen
Auf der Grundlage der Erkenntnisse des Familienstellens, der Hypnotherapie, der systemischen Theorien, des NLP und der humanistisch-psychologischen Schulen entstanden die "Systemischen Strukturaufstellungen". Mathias Varga von Kibed und Insa Sparrer bildeten aus unterschiedlichen psychologischen und philosophischen Schulen neue Aufstellungsmodelle und integrierten diese in das bereits bestehende Aufstellungsverfahren des Familienstellens. Diese neuen "Aufstellungs-Modelle" haben sich in der Folge zu einem wesentlichen Faktor lösungsorientierter systemischer Beratungsarbeit entwickelt. Die einzelnen Aufstellungsmodelle - wie z. Bsp. das "Tetralemma", welches sich ideal zur Entscheidungsfindung anwenden lässt - werden in den meisten Fällen verbunden mit .einem vorhergehendem "lösungsfokussiertem Interview". Das sog. lösungsfokussierte Interview ist ein Gesprächsführungsverfahren aus der systemischen Beratung, welches effektiv die Ressourcen des Klientensystems berücksichtigt . Über zielgerichtete Fragestellungen setzt es Lösungsprozesse in Gang, welche die unbewussten Weisheit des Klientensystems aktivieren. Unter dem Begriff der Systemischen Strukturaufstellungen wurden inzwischen von Insa Sparrer und Mathias Varga von Kibed eine Vielzahl von Modellen entwickelt zu Problemlösungen, Zielfindungen und Entscheidungsfindungen in Organisationen, Beratung, Therapie und Kunst. Wesentlichen Grundlagen werden in der Weiterbildung gelehrt. Ebenso wird das "lösungsfokussierte Interview" als Gesprächsführungsgrundlage für das Aufstellungsverfahren und für systemisches Arbeiten erlernt.
Aufstellungen für den Arbeitsbereich/Organisationsaufstellungen
Für die Vermittlung des Aufstellungsverfahrens im Organisationsbereich kommen Modelle aus dem Bereich der Strukturaufstellungen in Verbindung mit dem Verfahren des "lösungsfokussierten Interviews" (Steve de Shazer) wie oben beschrieben zur Anwendung. Ein wesentlicher Teil ist weiterhin die Arbeit mit symbolischen Gegenständen im Rahmen der Einzelarbeit.
Familienaufstellungen und Symptomaufstellungen
Die Familienaufstellungen, vor ca. 25 Jahren entwickelt, sind eine Form systemischer lösungsorientierter Arbeit, die sich aus unterschiedlichen Ansätzen entwickelt haben. Sie basieren auf einer Mehr-Generationen-Perspektive und auf elementaren Ordnungen und Gesetzmäßigkeiten in Systemen. Als Vorläufer von Familienaufstellungen können bestimmte Elemente der Gestalttherapie, des Psychodramas sowie der Aufstellungsarbeiten von Thea Schönfelder betrachtet werden. Diese sind in Verbindung mit den Erkenntnissen der systemischen Familientherapie über generationsübergreifende Verstrickungen (hier hat insbesondere Ivan Borszormeny-Nagy mit seinem Buch "Unsichtbare Bindungen" wertvolle Forschungsarbeiten geleistet) grundlegende Hintergründe von Familienaufstellungen. Bert Hellingers Erkenntnisse zu "Verstrickungen in Familien", die er verbunden hat mit den von ihm entwickelten "Ordnungen in Familien" lassen sich über das Familienstellen erkennen und verdeutlichen. Durch die Entwicklung des Familienstellens ist es gelungen, einen neuartigen Zugang zu "Ver-Störungen" und Krankheiten in Familien zu gewinnen und oftmals sehr effektiv die Erkenntnisse zu den inneren Bindungen von Menschen in ihrem Ursprungssystem, die als 'unsichtbare Bindungen' Grundlage von Leid und symptomatischen Entwicklungen ist, in eine neue Form von Individualität und Wohlbefinden überführen i.s. von Helm Stierlins Postulat der "bezogenen Individuation".
In Familiensystemen wirken auf einer tieferen Ebene Dynamiken und Kräfte, die sich in der Psychodynamik von Menschen zeigen, und die Menschen in das systemische Ganze ihrer Sippe einbinden, im Sinn einer sog. "Schicksalsgemeinschaft". Diese Bindungskräfte können durch das Familienstellen verstanden und gewürdigt und in neue Zusammenhänge gestellt werden.
Krankheits- und Symptomaufstellungen
Krankheiten zeigen an, dass Lebensereignisse unsere Kräfte der Selbstregulation benötigen bzw. bei chronischen Krankheiten dass diese Kräfte nicht genutzt werden können. Die Aufstellungen von Krankheits- und Suchtsymptomen können und sollen keine ärztliche Behandlung ersetzen sondern richten sich einmal auf die systemisch-familiären Begebenheiten aus die "krankheitsfördernd" scheinen (z.B. unsichtbare Loyalitäten, Hinbewegung zu wichtigen Menschen, Übernahme von Schuld / Verantwortung u.a.) so dass im Aufstellungsverfahren deren Faktoren betrachtet werden können. Zum anderen wird der "Dialog" mit dem Krankheits- /Suchtsymptom (oder-organ) angeregt und über Kontaktarbeit und Imaginationsarbeit gefördert.
Das Phänomen des "systemischen Feldes" und die "Bewegungen der Seele"
Stellen Menschen in einer Aufstellungsgruppe gesammelt ihre Familie durch 'Stellvertreter' auf, scheint es so, als ob diese Stellvertreter mit einem größeren Wissen in Kontakt kommen: ihre Wahrnehmung verändert sich in diesem systemischem Feld, und man könnte sagen, dass sie als Stellvertreter Grundgefühle und Grundhaltungen der Personen verkörpern, die sie darstellen. In diesem systemischem Feld kann auch deutlich werden, was Kinder für ihre Eltern tragen, welche Dynamik durch Ausgeschlossene und Vergessene entstanden ist, wenn Familienmitglieder schuldig geworden sind und gegen elementare menschliche Werte und Ordnungen verstoßen haben.
Die Stellvertreter übernehmen Gefühle, Körperreaktionen und Empfindungen, die zum Platz (zur Rolle) derjenigen Person gehörten, die sie vertreten. Diese Empfindungen können unterschiedlich intensiv sein; Menschen erleben als Stellvertreter z.B. Gefühle von Trauer, Abgeschnittenheit oder Zugehörigkeit, Kälte- und Hitze, Übelkeit, Freude und Liebe u.a.
Dieser Zugang zu einem "Wissen durch unmittelbare Teilhabe" (Bert Hellinger) sowie die "Stellungskonstellationen" und „Aufstellungsbilder“ geben Rückschlüsse auf die Dynamiken des dargestellten Systems.
Das Konzept der Fortbildung
Die Fortbildung ist nach dem Prinzip des aufbauenden Lernens konzipiert. Am Anfang steht das Erlernen von zwei wesentlichen Beratungsmethoden, die zur Prozessarbeit in den Aufstellungen hinführen sowie das Erlernen systemischer Gesprächsführung. Darauf aufbauend wird von "kleineren Aufstellungsformen" aus den Systemischen Strukturaufstellungen übergeleitet zu Aufstellungen für den Arbeitsbereich / Organisationsaufstellungen. Grundlagen von Familienaufstellungen werden in einem letzten Abschnitt vorgestellt. Im Vordergrund stehen immer handlungsanleitende Modelle und vielfältige Übungen, die das Gelernte verstehen und vertiefen lassen. Eine Einbettung der Inhalte in psychologische Theorien vervollständigen die Arbeit dort, wo es angebracht erscheint.
Die Behandlung ausgewählter Quellen, aus denen das Aufstellungsverfahren schöpft bzw. sich entwickelt hat sind ebenfalls Gegenstand der Lehrseminare. Dazu gehören Grundlagen systemischen Denkens (Konstruktivismus, Lösungen I. und II. Ordnung, Systeme und Subsysteme, Dyaden, Triaden u.a.), Phänomene der Wahrnehmung (Innen und Außen, das -systemische -Beziehungsfeld, Widerstand, innere Bilder, innerer Dialog u.a.) und Systemgesetzmäßigkeiten.
Die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit wird in allen Lehrseminaren angeregt und erweitert. Die Lehrseminare bieten zugleich intensive Selbsterfahrung und Supervision.
Die einzelnen Lehrseminare sind in sich geschlossene Einheiten, wobei jede Einheit auf die vorhergehende aufbaut. Die jeweiligen Lehrinhalte sind so gestaltet, dass die Seminarteilnehmer von Beginn an die Möglichkeit erhalten, Elemente von Beratungsarbeit und Aufstellungsarbeit als "Handwerkzeug" mit in den beruflichen Alltag hinein zunehmen und umzusetzen.
Inhalte
· Lösungsfokussiertes Interview und systemische Gesprächsführung
· Systemische Strukturaufstellungen - Organisationsaufstellungen
· Aufstellungen und Aufstellungselemente in der Einzelarbeit
· Systemische Aufstellungen mit Stellvertretern (Gruppenaufstellungen)
· Das "systemische Feld" - Systemische Grundlagen - Systemische Grundhaltungen
· Prinzipien und Grundlagen, die das Aufstellen leiten, Ordnungen und Gesetzmäßigkeiten
· Prinzipien zur Haltung des Therapeuten/Therapeutin, Leiters/Leiterin
· Vermittlung von Technik und Methodik des Stellens bei schwierigen Dynamiken in Organisationen und Familien
· Rituale im Aufstellungsverfahren
· Die Arbeit mit dem Lösungsbild und den lösenden Sätzen
· Umgang mit starken Emotionen bei Einzelklienten, Gruppenteilnehmer und "Stellvertreter"
Leitung der Fortbildung
Marlies Warncke
Jahrg. 1946, Pädagogin (Lehramt), Systemische Paar- und Familientherapeutin (DGSF), Systemtherapeutin (IGST Heidelberg), Psychotherapeutin (HPG). Lehrtherapeutin, Coach.
Arbeitsfelder: Psychologische Beratung, Familientherapie, Paartherapie, Supervision, Coachen, Familienaufstellungen, Organisationsaufstellungen.
Arbeitsmethoden: Systemische und familientherapeutische Methoden und Methoden aus der humanistischen Psychologie (Gestalttherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, NLP, Hypnotherapie u.a.)
Symbolaufstellungen in der Einzelarbeit, Systemaufstellungen in Gruppen. Familienstellen, Systemische Strukturaufstellungen. Experimentalaufstellungen.
1998 Gründung der "Systemischen Seminare Duisburg" als Forum für Weiterbildungsangebote in systemischer Therapie, Beratung und Coachen. Ab 2010 neue Projekte in Wiesbaden (Programm und Termine: www.mw-coachingnet.de)
Teilnahmevoraussetzungen:
Die Weiterbildung richtet sich an Angehörige von Beratungs- und Heilberufe wie Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Heilpraktiker, Psychologen, Ärzte, Logopäden Trainer und Berater, die das Verständnis ihres Arbeitsfeldes durch die Erfahrung und den Hintergrund des systemisch-phänomenologischen Ansatzes vertiefen und bereichern wollen, sowie an andere Interessierte, dwelche die systemische Aufstellungsarbeit in ihr Arbeitsfeld integrieren möchten.
Die Bereitschaft zur Erarbeitung eigener Schwerpunkte sowie von Fachliteratur ist Voraussetzung. Ebenso die regelmäßige Teilnahme an Intervisionsgruppen.
Aufbau der Fortbildung
Die Fortbildung dauert ca. ein Jahr und gliedert sich in
· 6Lehrseminare zu je 2 ½ Tagen
· 4 Intervisionstreffen zu je
½ Tag
Termine der Lehrseminare 2011 in Duisburg
07. - 09.10.2011
16. - 18.12.2011
10. - 12.02.2012
20. - 22.04.2012
15. - 17.06.2012
14. - 16.09.2012
Seminarort: Die Seminare finden in Duisburg statt.
Seminarzeiten: Freitag 14.00 - 18.00, Samstag 10.00 - 18.00 Uhr, Sonntag 10.00 - 17.00.
Intervisionstreffen
Die Termine werden von der Intervisionsgruppe eigenverantwortlich festgelegt. Die Intervisionsgruppe bildet sich auf dem ersten Seminar. Verbindlich sind 4 x ½ Tagestreffen im Verlauf der einjährigen Weiterbildung.
Bildungsscheck nrw
Die Systemischen Seminare Duisburg sind berechtigt, Bildungsschecks des Landes NRW anzunehmen. Über einen Bildungsscheck ermäßigen sich die Kosten für die Teilnehmenden erheblich. Informationen zum Bildungsscheck und zu den Voraussetzungen dafür sind erhältlich bei allen Volkshochschulen, den Industrie-und Handwerkskammern sowie im Internet unter: www.bildungsscheck.nrw.de Falls Weiterbildungen in Hessen über einen Bildungsscheck NRW bezuschusst werden, können Sie diesen gerne einreichen.
Prämiengutscheine werden ebenfalls von den Systemischen Seminaren angenommen.
Kosten der Weiterbildung / Zahlungsbedingungen
Die Kosten der Weiterbildung betragen Euro 1320,--.
Die Kosten setzen sich zusammen aus 6 Lehrseminare n zu je 2 ½ Tagen. Jedes Lehrseminar kostet 220,-- Euro.
Art der Bezahlung:
Sie können als Zahlungsart wählen zwischen Banküberweisungen (7 Tage vor den Lehrseminaren) oder Verrechnungsschecks. Die Schecks werden ca. 7 Tage vor den Seminaren eingelöst.
Bei Vorlage eines Bildungsschecks
muss erst der Eigenanteil gezahlt werden, bevor der Bildungsscheck in
Kraft tritt. Hier überweisen Sie zu den ersten 4 Lehrseminaren
jeweils 205,-- Euro oder
übersenden 4 undatierte
Verrechnungsschecks à 205,-- Euro. Der Bildungsscheck ist vor
der Anmeldung bei den zuständigen Stellen zu beantragen !
Reichen Sie dann den Bildungsscheck zusammen mit der unterschriebenen
Anmeldung ein.
Andere Zahlungsmodi als oben aufgeführt bedürfen der schriftlichen Vereinbarung.
Eine für Steuerzwecke geeignete Bescheinigung wird am Ende eines Jahres ausgestellt.
Die Kosten beziehen sich ausschließlich auf die Seminargebühren. Verpflegungs- und/oder Übernachtungskosten etc. sind darin nicht enthalten, sie werden von den Teilnehmenden selbst getragen.
Abschlusszertifikat
Am Ende der Fortbildung erhalten alle Teilnehmende eine Bescheinigung über Dauer und Inhalte. Der Erhalt der Bescheinigung ist gebunden an die regelmäßige Teilnahme der Ausbildungsseminare, an die Teilnahme der Intervisionsgruppentreffen und an die Ausbildungszeiten.
Anmeldung
Die Anmeldung ist verbindlich, wenn die schriftliche Anmeldung (Anmeldeformular) vorliegt.
Der Anmeldung ist eine kurze Beschreibung beizufügen, aus dem Ihre Ausbildung, Weiterbildungen und Ihre Berufserfahrungen, sowie Ihre Kenntnisse zur Aufstellungsarbeit zu entnehmen sind.
Die Anmeldungen senden an:
Marlies Warncke
Büro Wiesbaden
Eschbornstr. 10
65197 Wiesbaden
Im Mai 2012 beginnt ein Grundkurs in „Systemaufstellungen – Systemische Beratung“ in Wiesbaden. Info unter: www.mw-coachingnet.de
> Anmeldeformular Wiesbaden
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